Augustinum Braunschweig: Fachtagung zur Biographie-Arbeit

Braunschweig

Seit 2015 ist das Augustinum Braunschweig an einem ganz besonderen Projekt beteiligt...

Seit 2015 ist das Augustinum Braunschweig an einem ganz besonderen Projekt beteiligt. Gemeinsam mit dem Herzog-Anton-Ulrich-Museum und der Ostfalia-Hochschule nimmt es am Projekt “Timeslips” teil, das sich an Menschen im Anfangsstadium einer neurodegenerativen Veränderung richtet. “Alle zwei Wochen fahren wir mit einigen Bewohnerinnen und Bewohner mit und ohne Demenz ins Museum und nehmen an den “Aufgeweckten Kunstgeschichten” teil”, erzählt Direktor Johannes Weigl vom Augustinum Braunschweig.

Steigerung von Kreativität und Lebensqualität

Die Teilnehmer betrachten zunächst ein Gemälde und denken sich dann gemeinsam eine Geschichte aus, die zum Gemälde passt. Die Teilnehmenden, das Begleitpersonal und Angehörige sprechen in gemütlicher Runde darüber, was sie mit dem Gemälde assoziieren. “Dadurch reden wir natürlich auch über die Biographie der Bewohnerinnen und Bewohner, und sie geben ihr Wissen an mehrere Generationen weiter”, berichtet Kulturreferentin Antje Bohnhorst vom Augustinum. “Wir merken, wie die Museumsbesuche die Kreativität und auch die Lebensqualität steigern. Das ist für alle Beteiligten eine wunderbare Erfahrung.” Die “Timeslips”-Methode stammt aus den USA und wurde 2017 wissenschaftlich evaluiert, die Buchvorstellung dazu fand im Augustinum Braunschweig statt.

Projekt wird fortgeführt

In einem von der Bürgerstiftung Braunschweig geförderten Fachtag tauschten sich Anfang Februar die Mitarbeitenden des Augustinum Braunschweig und des Museums mit Fachpersonal aus anderen Museen und Einrichtungen aus ganz Deutschland über das Inklusionsprojekt aus. Auch Bewohnerinnen und Bewohner selbst waren am Fachtag unter Leitung der Diplomsozialpädagogin und Timeslips-Moderatorin Simone Weiss beteiligt, und natürlich ging es mit allen Beteiligten auch ins Museum. Der nächste Termin steht auch schon fest: Ende März besucht eine Bewohnergruppe des Augustinum Braunschweig, darunter auch Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz, das Sprengel-Museum in Hannover. “Dort werden wir auch über ein Gemälde sprechen und weitere inklusive Projekte kennenlernen”, freut sich Kulturreferentin Antje Bohnhorst. “Eine rundum tolle Sache.”

Im Bild: Teilnehmende im Museum, während Timeslips-Moderatorin Simone Weiss über das Bild spricht. Foto: Klaus G. Kohn, BS