Münchner Augustinum-Ärztin in Tansania

Klinik München

Drei Wochen im Masasi-District: „Ein Einsatz, der erdet“

Einen Monat nach ihrer Rückkehr aus Tansania ist sie immer noch voller Eindrücke: Sabine Spielberger hat das ostafrikanische Land, das deutsche Touristen vor allem mit dem Serengeti-Nationalpark und dem Kilimandscharo verbinden, von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Die Fachärztin für Gastroenterologie, die normalerweise als Oberärztin in der Augustinum Klinik München arbeitet, hat drei Wochen lang im St. Benedict Ndanda Hospital im Südosten Tansanias die dortigen Ärzte begleitet und weitergebildet. Gemeinsam mit Dr. Christoph Meyer, einem weiteren Facharzt für Gastroenterologie, und fast 100 Kilogramm medizinischem Material aus Spenden machte sie sich in diesem Herbst auf den Weg in den  10.000 km entfernten Masasi District. Das Augustinum hat sie dabei mit Sachspenden und einem – in einer Zeit niedriger Inzidenzien gut vertretbaren – Sonderurlaub unterstützt. 

Das St. Benedict Ndanda Hospital liegt in der ländlichen Region Mtwara, Masasi District. Es ist ein größeres Krankenhaus, das zur dortigen Benediktinerabtei gehört. Das Mutterhaus ist die Benediktinerabtei St. Ottilien in der Nähe des Ammersees. Die Humanitäre Hilfe Landsberg unterstützt das Krankenhaus seit Jahren finanziell und medizinisch, regelmäßig auch durch den Einsatz von Ärztinnen und Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern. So konnten in den letzten Jahren Einheiten für Ultraschalldiagnostik und für Magen- und Darmspiegelungen aufgebaut werden. Nun sollte auch eine spezielle endoskopische Untersuchung zur Diagnostik und Therapie an Leber und Gallenwegen etabliert werden, die in dieser Gegend im Umkreis von 500 Kilometern bislang nicht angeboten wurde. Die Untersuchung erfordert langjährige Erfahrung und hohe Kompetenz. Sabine Spielberger und ihr Kollege Christoph Meyer sind auf diese Untersuchung spezialisiert und schulten jetzt die Kollegen in Tansania. Zudem haben sie Kenntnisse in der Sonographie und der Magen- und Darmspiegelung weitergegeben. 

Die Einsätze der bayerischen Ärztinnen und Ärzte dauern jeweils etwa drei Wochen und finden zwei bis dreimal im Jahr durch verschiedene Teams statt, so dass eine kontinuierliche Begleitung gewährleistet ist. Für Sabine Spielberger war auch das ein Grund, sich zu dem Einsatz zu entschließen: „Drei Wochen Urlaub für einen Arbeitseinsatz und im Anschluss noch etwas Zeit, das Land zu erkunden – das ist mit dem Jahresurlaub gerade so zu schaffen. Dass das Augustinum mein Vorhaben unterstützt und mir dafür einen Sonderurlaub gegeben hat, hat den Einsatz für mich gut möglich gemacht. Das war sehr wertvoll.“   

Die Münchner Ärztin hat bei ihrem Einsatz in Tansania auch gelernt: Dass man im St. Benedict Hospital nicht allen Patientinnen und Patienten helfen kann, weil die Familien dafür oft das Geld nicht aufbringen können oder Krankheiten zu weit fortgeschritten sind, wenn Patientinnen und Patienten in die Klinik kommen. Aber auch, wie einfach es ist, ein Leben zu retten, zum Beispiel wenn Kinder eine Münze verschluckt hatten, die in der Speiseröhre festsaß und nur mit dem Endoskop entfernt werden konnte. Ihr Fazit: „Das Krankenhaus dort ist ein Segen. Und man kommt sehr geerdet zurück.“