Tassilo-Kulturpreis für Gebärdensprach-Chor der Samuel-Heinicke-Realschule

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Gehörlose, schwerhörige und hörende Schüler*innen haben mit ihrer Lehrerin den Song „Best of us“ in Gebärdensprache umgesetzt.

Der Gebärdensprach-Chor „Sing & Sign“ der Samuel-Heinicke-Realschule des Augustinum hat den Tassilo-Kulturpreis der „Süddeutschen Zeitung“ gewonnen. Die Preisverleihung fand bereits Ende Juni im Münchner Künstlerhaus statt. Der Chor der Münchner Schule hatte in einem inklusiven Projekt mit 20 gehörlosen, schwerhörigen und hörenden Schüler*innen unter Anleitung von Lehrerin Susanne John-Wuol ein Video zum Song „Best of Us“ in Gebärdensprache gedreht. Die Schüler*innen hatten zuvor intensiv am Text und dessen Umsetzung in Gebärdensprache gearbeitet. Dabei wurden für die Interpretation der deutschen Textpassagen deutsche Gebärden und für die englischen amerikanische Gebärden eingesetzt, um dem deutsch-englischen Originaltext inhaltlich und stilistisch gerecht zu werden.  

Die Botschaft des Liedes: Es bereichert den Einzelnen und die Gemeinschaft, wenn man kulturell unterschiedlichen Perspektiven Raum zur Entfaltung gibt, zusammenhält und jeder seine individuellen Fähigkeiten einbringen kann. Susanne Hermanski von der „Süddeutschen Zeitung“ sagte in ihrer Laudatio über den Chor, „der keinen Ton von sich gibt und seinen Mitgliedern dadurch eine Stimme verleiht“: „Wenn sie mit ihren Händen singen, tun sie das auch stellvertretend für die 80.000 Gehörlosen und 140.000 Schwerhörigen in Deutschland.“  

Der Chor war mit seinem Projekt bereits beim Wettbewerb des Bayerischen Rundfunks im März mit dem 3. Preis als "mit Abstand bester Chor Bayerns" ausgezeichnet worden.