Eine Ausstellung mit Werken von Henning Diers im Augustinum Meersburg
Welche Bedeutung haben die Menschenrechte – fast 80 Jahre nach ihrer Erklärung im Dezember 1948 – heute für uns? Wie können ihre Inhalte in Zeiten von Flucht, Vertreibung und Asyl, von dramatischen Veränderungen für Klima und Umwelt neu sichtbar gemacht werden? Wie künstlerisch umgesetzt? Henning Diers hat in einem Schaffensprozess von eineinhalb Jahren großformatige Bilder geschaffen, die die Bedeutung und Tiefe der Menschenrechte aufnehmen: 30 Werke für die 30 Artikel der UN-Charta, die in diesem Frühjahr im Augustinum Meersburg zu sehen waren.
Die Bilder greifen Fragen auf, die in unserer Zeit besonders drängend wirken: Wo sind in Zeiten von Zukunftsbedenken, Individualismus, Globalisierung und Algorithmen eigentlich noch die „ungeschriebenen“ Gesetze? Wo sind die Maßgaben, die allgemeinen Vereinbarungen? Der Künstler fragt mit seiner Bilder-Reihe, ob die Menschenrechte dieses Maß sein können oder sogar müssen und macht sich mit seinem persönlichen Ausdruck aber auch mit der Öffentlichkeit der Ausstellung zu ihrem Fürsprecher.
Alle Bilder sind in Enkaustik entstanden, einer Maltechnik mit farbigem Wachs, die den Bildern besondere Tiefe und Leuchtkraft verleiht und Henning Diers für das inhaltlich abstrakte Thema der Menschenrechte besonders geeignet erschien. Denn die Vielschichtigkeit und auch die unverwechselbare Anmutung können sowohl Technik als auch Thema zugeschrieben werden.
Der 1967 geborene Künstler bewegt sich mit seiner Arbeit sowohl im sakralen als auch im weltlichen Bereich. Und dieses in unterschiedlichen Techniken und Spielarten. Henning Diers ist Maler, Bildhauer und Grafiker, der sich durch zahlreiche Ausstellungen und Kunstaktionen sowie die Ausstattung von Kirchen und Kapellen, u.a. mit Glasfenstern und Paramenten, einen Namen gemacht hat.