
Augustinum Essen
Als Frau Müller vor einigen Monaten ihr erstes Smartphone bekam, war die Freude groß – und die Verunsicherung ebenso. „Ich wusste nicht einmal, wie ich eine Nachricht schreibe“, erzählt sie lachend. Hilfe fand sie dort, wo sie sie nicht unbedingt erwartet hätte: bei anderen Bewohner*innen des Augustinum Essen.
Denn hier gibt es einen besonderen Kurs für Smartphone und Tablet – organisiert und durchgeführt von Bewohner*innen für Bewohner*innen. Initiiert wurde das Angebot von den Mitbewohnern Rudi Dreier und Volker Misch, die beide schon lange Freude an Technik haben. „Wir haben gemerkt, dass viele Fragen immer wieder auftauchen“, sagt Rudi Dreier, „also dachten wir: Warum wollen wir uns nicht gegenseitig helfen?“
Zweimal im Monat treffen sich nun Interessierte, um gemeinsam Smartphones und Tablets zu erkunden. Wie verschickt man Fotos per WhatsApp? Wie funktioniert ein Videoanruf mit den Enkeln? Und was bedeuten eigentlich all diese Symbole auf dem Bildschirm?
Geduldig, verständlich und mit viel Humor erklären die Kursleiter Schritt für Schritt – ohne Fachchinesisch – dafür mit praktischen Beispielen aus dem Alltag.
Das Besondere: Hier gibt es keine Hemmschwelle, keine „dummen Fragen“. „Wir alle lernen jeden Tag dazu“, sagt Volker Misch, „und das gilt auch für mich."
Dieser Kurs ist nur eine von vielen Bewohnerinitiativen im Augustinum Essen. Er zeigt eindrucksvoll, wie lebendig Gemeinschaft sein kann, wenn Menschen ihre Fähigkeiten teilen – und wie Lernen auch im Alter vor allem eines sein darf: gemeinsam.