Energiemanagement im Augustinum

Augustinum Gruppe

Ein wichtiger Baustein der Nachhaltigkeits-Strategie im Augustinum ist das Energiemanagement. Dieses wurde in den vergangenen zehn Jahren systematisch ausgebaut und kann inzwischen sichtbare Erfolge aufweisen.

Hitzewellen, Trockenperioden und Starkregenfälle – die Wetterereignisse des vergangenen Jahres haben einmal mehr deutlich gemacht, dass wir mit unseren Ressourcen sorgsam umgehen müssen. Das Augustinum ist dafür seit vielen Jahren mit einem Energiemanagementsystem engagiert, das bereits 2016 nach internationalem Standard, der Norm ISO 50001, erstmals zertifiziert und im Februar dieses Jahres zum dritten Mal rezertifiziert wurde.

Und damit das alles nicht nur Theorie bleibt, sondern gelebte Energieverantwortung wird, gibt es in jeder Einrichtung einen Energie-Verantwortlichen und einen Energie-Beauftragten. Außerdem für das ganze Unternehmen ein zentrales und ein dezentrales Energieteam, das sich regelmäßig über Neues aus Unternehmen und gesetzliche Vorgaben austauscht und das Thema Energieeffizienz – vom richtigen Stoßlüften über den sparsamen Betrieb technischer Anlagen bis hin zur Weitergabe von Wissen – in allen Einrichtungen vorantreibt.

Die Erfolge sind schon heute sichtbar: So sank der Stromverbrauch im Zeitraum von 2020 bis 2024 um 15 %. Das sind rund 5 Millionen Kilowattstunden – der Jahresverbrauch von etwa 1.400 Haushalten. 300.000 Kilowattstunden Strom erzeugt das Augustinum durch Photovoltaik-Anlagen jährlich bereits selbst und wird die Kapazität durch drei neue PV-Anlagen in diesem Jahr auf 558.000 Kilowattstunden erhöhen. Zudem konnten die Einrichtungen des Augustinum witterungsbereinigt 4,2 % weniger Wärmeverbrauch verzeichnen.

Arne Schwämmle ist Technischer Leiter im Augustinum Detmold und gehört zum dezentralen Energieteam im Augustinum.

Herr Schwämmle, Sie sind Teil des dezentralen Energieteams im Augustinum – was ist da Ihre Aufgabe?

Wir besuchen regelmäßig die einzelnen Einrichtungen und führen hier meist einmal im Jahr sogenannte Audits durch. Diese sind ein wichtiger und verpflichtender Baustein des Energiemanagementsystems nach ISO 50001, das Unternehmen dabei unterstützt, ihre Energieeffizienz zu verbessern, Energiekosten zu senken und ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Die Audits dauern ein bis zwei Tage und bestehen immer aus drei Teilen:

Gespräch mit Direktion und Technischem Leiter, in dem wir klären, wie das Thema Energieeffizienz im jeweiligen Haus an Mitarbeiter*innen und Bewohner*innen herangetragen wird, etwa durch Vorträge oder indem Erfolge gezeigt werden, zum Beispiel: Im vergangenen Jahr wurden vier Etagen mit LEDs ausgestattet, was jeden Monat 300 Euro einspart.

Rundgang zu technischen Anlagen wie Lüftungs- oder Heizungsanlagen mit Fragen zu Sicherheit, Dokumentation, Dichtheitsprüfung etc., zum Beispiel: Wenn bei der Kälteanlage etwas kaputt geht, was machen Sie? Welche Firma beauftragen Sie? Ist diese qualifiziert? Denn es ist auch unsere Verantwortung darauf zu achten, dass unsere Fremdfirmen und Lieferanten entsprechend qualifiziert sind.

Rechts-Check Da sich bei dem Thema ständig etwas ändert, achten wir darauf, dass wir alle Neuerungen aus Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien umsetzen.

Welche Verbesserungen wurden im Einzelnen vor Ort schon erreicht?

Da gibt es viele kleinere Maßnahmen, die wir direkt mit dem Baubetreuer und der Direktion vor Ort besprechen. Wir sind zum Beispiel kontinuierlich dabei, die herkömmliche Beleuchtung durch LEDs zu ersetzen und bei der Appartement-Sanierung die alten Fenster durch eine Dreifach-Verglasung auszutauschen. Gute Einsparmöglichkeiten gibt es auch bei unseren Großküchen: Hier konnten die Lüftungen der Küchen optimiert, einige Spülmaschinen gegen neue Modelle mit Wärmerückgewinnung ausgetauscht und effizientere Kombidämpfer oder Kochkessel eingebaut werden, was den Energieverbrauch um etwa 40 - 70 % reduziert. Insgesamt wird beim Austausch von Geräten und Anlagen heute viel mehr auf Nachhaltigkeit und Energieeinsparung geachtet.

Und wie sehen die größeren Maßnahmen aus?

Das sind zum Beispiel Sanierungen der Fassaden und Flachdächer aus den 1960er Jahren oder die Modernisierung der Wärmeversorgung, etwa durch den Umstieg von Erdgas auf Holzpellets in der Seniorenresidenz in Überlingen und die Umstellung auf Fernwärme in Schweinfurt. Auch die großen Fensterfronten werden mehr und mehr gegen modernere wärmeverlustreduzierende Fenster ausgetauscht. Aktuell schaut sich das Baumanagement den Einsatz von Großwärmepumpen genauer an und spricht mit Versorgern über neue Möglichkeiten. Das Baumanagement entwickelt gemeinsam mit dem Energiemanagement Gebäudestrategien über die nächsten Jahre, wo diese energetischen Maßnahmen priorisiert werden.

Was treibt Sie persönlich an, sich hier zu engagieren?

Ich bin Installateur- und Heizungsbaumeister, habe zu Hause auch eine Photovoltaik-Anlage und eine Solare Warmwasserbereitung. Ich finde das Thema allein aus technischer Sicht sehr spannend: Was ist heute schon alles möglich, was wird noch kommen, wo sind wir in fünf bis zehn Jahren? Da passiert so viel, das ist super dynamisch. Deshalb habe ich mich auch selbst durch Kurse im Energiemanagement, z. B. beim TÜV weitergebildet. Spannend ist aber auch, an andere Standorte zu gehen, mit den Kollegen dort ins Gespräch zu kommen, andere Anlagen zu sehen und so das Augustinum noch ein bisschen besser kennenzulernen.

Näheres zur Rezertifizierung des Energiemanagementsystems nach ISO 50001 finden Sie hier

Foto: Arne Schwämmle im Einsatz an der Wärmerückgewinnung der Küchenabluft im Augustinum Detmold