Chiaki Nagata: Hommage à Debussy

Überlingen

Soloabend der Pianistin Chiaki Nagata

Die Pianistin Chiaki Nagata ist dem Augustinum Überlingen engstens verbunden. Seit vielen Jahren begleitet sie die "Lange Nacht der Bücher" gab Solokonzerte, Kammermusikabende und Konzerte mit dem Madrigalchor. Grund genug für uns, die Musikerin wieder zu einem Soloabend zu verpflichten. Nagata widmet ihre außergewöhnliche Musikalität, ihr Stilempfinden und ihr technisches Können nun dem französischen Klavierkomponisten schlechthin: Claude Debussy.

Die japanische Pianistin Chiaki Nagata begann ihr Klavierstudium an einer der ältesten privaten Musikhochschulen Japans, der Musashino in Tokio. Ihr Talent wurde schon früh erkannt und mit einem DAAD-Stipendium gefördert. Empfehlungen ihrer japanischen Dozenten führten sie bereits während ihres Studiums nach Deutschland. Zuerst nach Detmold zu Prof. Kunze, anschließend nach Trossingen zu Prof. Amiras, bei dem sie ihr Klavierstudium mit einem Konzertexamen im Jahr 2000 abschloss. Es folgten Auszeichnungen bei internationalen Klavierwettbewerben.

Als Solopianistin, sowie als Partnerin verschiedener Kammermusikensembles bereist Sie Europa und außereuropäische Länder, unter anderem auch ihre Heimat Japan.

Den heutigen Klavierabend hat sie den Werken von Claude Debussy gewidmet.

Claude Debussy (1862–1918) gilt als Wegbereiter der musikalischen Moderne. Mit seiner feinsinnigen Klangsprache, schillernden Harmonien und einer neuartigen Auffassung von Form löste er die Musik vom spätromantischen Ausdruckspathos und eröffnete völlig neue Klangräume. Anstelle klarer thematischer Entwicklung treten bei ihm Atmosphäre, Farbe und Momentempfinden in den Vordergrund – Musik wird zum Erlebnis von Licht, Bewegung und Stimmung.

Das Prélude zeigt exemplarisch Debussys Fähigkeit, mit zarten, schwebenden Klängen eine poetische Welt zu erschaffen. Die Musik entfaltet sich frei und fließend, fast wie ein gedanklicher Strom, in dem sich Motive eher andeuten als fest umrissen erscheinen. Klangfarben und harmonische Nuancen stehen über formaler Strenge und erzeugen eine träumerische, zeitentrückte Stimmung.

Die Première Rhapsodie für Klarinette und Klavier (bzw. Orchesterfassung) verbindet diese besondere Klangkunst mit virtuoser Brillanz. Das Werk entstand 1910 als Prüfungsstück für das Pariser Konservatorium und zeigt die Klarinette in all ihren Facetten: von samtig-weichen, gesanglichen Linien bis zu beweglichen, funkelnden Passagen. Trotz ihres freien, rhapsodischen Charakters ist die Komposition fein ausbalanciert und lebt vom Wechsel zwischen geheimnisvoll schimmernden Klangflächen und lebhafter, tänzerischer Energie. Dass Stück wird von Chiaki Nagata in einer Berabeitung Jaques Charlot für Solo Klavier von präsentiert.

Beide Werke machen deutlich, wie Debussy Instrumentalklang neu dachte: nicht als bloßes Trägermedium von Melodien, sondern als eigenständige, farbenreiche Ausdruckswelt.

 

Programm:

Claude Debussy (1862-1918)

 

Préludes prime Livre (1910)

 

Satzbezeichnungen

1. Danseuses de Delphe Lent et grave

2. Voiles. Modéré

3. Le vent dans la plaine Animé

4. Les sons et les parfums tournent dans l’air du soir. Modéré

5. Les collines d’Anacapri Très modéré

6. Des pas sur la neige Triste et lent

7. Ce qu’a vut le vent d’ouest Animé et tumultueux

8. La fille aux cheveux du lin Très calme et doucement expressif

9. La sérénade interrompue Modérément animé
10. La Cathédrale engloutie Profondement calme
11. La Danse de Puck Capricieux et léger
12. Minstrels. Modéré

 

Première Rhapsodie (1910)

 

Bearbeitung von „Première Rhapsodie für Klarinette und Klavier“

 

Satzbezeichnungen

Rêveusement lent – Animé, scherzando

Ort

Theatersaal des Augustinum Überlingen, Mühlbachstr. 288662 Überlingen

Uhrzeit
17:00 Uhr
Eintritt
11 Euro, Gäste: 12 Euro
Vortragende/-r
Chiaki Nagata
Veranstaltungsreihe
Soirée Musicale