24 Stunden im Augustinum

Unternehmen

Momentaufnahmen aus Klinik und Sanatorien, Residenzen, Pädagogischen Einrichtungen und der Hauptverwaltung.

Im Augustinum wird rund um die Uhr gearbeitet. 24 Stunden an 365 Tagen in ungezählten Aktionen, die wie Zahnräder ineinandergreifen und dafür sorgen, dass das Leben und Arbeiten im gesamten Unternehmen reibungslos funktioniert.

4:30 Uhr Klinik Augustinum München, Herzchirurgie In der Regel haben wir am Tag zwei größere Herzoperationen. Die Vorbereitungen dazu beginnen schon in der Nacht. Wir wecken die Patienten um 4:30 Uhr, rasieren sie am ganzen Körper und geben ihnen ein desinfizierendes Waschmittel, mit dem sie sich duschen. In der Zeit beziehen wir die Betten frisch. Die Patienten legen sich danach noch einmal hin, bis sie zur Operation abgeholt werden.
Anne Jennek, Stationsleitung

5:00 Augustinum Roth, Küche Ich bin die erste in der Küche. Kein Wunder zu dieser Uhrzeit. Als Erstes kümmere ich mich um das Frühstück für die Bewohner, die im Appartement essen, stelle die Milch für den Brei warm, streiche Brot und Brötchen, kümmere mich um die Getränke: Insgesamt mache ich etwa 35 Tabletts fertig und verteile alle auf die Wagen, die später von den Pflegekräften aus der Kühlung geholt und zu den Bewohnern gebracht werden. Danach geht es weiter mit den Vorbereitungen für das Salatbüffet im Restaurant und für die Abendessen im Appartement.
Frieda Brenner, Küchenhilfe

6:30 Uhr Klinik Augustinum München, Intensivstation Auf unserer Intensivstation werden sieben bis acht Patienten rund um die Uhr betreut. Um 6:30 Uhr findet die Übergabe vom Nachtdienst an den Frühdienst statt, eine wichtige Schnittstelle für die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die darauffolgende Visite mit den Ärzten. Zuerst gibt der Nachtdienst allgemeine Informationen wie Patientenname, Aufnahmedatum, Diagnosen, Vital- und Beatmungsparameter, neurologischen Status, pflegerische Besonderheiten sowie die aktuelle Planung für den Patienten an das Frühdienstteam weiter. Im Anschluss erfolgen die Aufteilung der Patienten und eine strukturierte Übergabe am Patientenbett mit detaillierteren Informationen für die Pflegekraft, die den Patienten an diesem Tag betreut.
Marco Straub, Stellvertretender Stationsleiter

6:40 Uhr Sanatorium Augustinum Schwindegg Meine erste Aufgabe am Morgen ist es, den sechs Bewohnerinnen und Bewohnern, für die ich bei uns im Haus zuständig bin, beim Waschen und Anziehen zu helfen. Anschließend begleite ich sie zum Frühstück, das bei schönem Wetter auch auf der Terrasse serviert wird. Je nach Bedarf reiche ich das Essen an, halte eine Hand, unterstütze hier und da. Berührungen sind bei uns ganz wichtig: Sie geben den Bewohnerinnen und Bewohnern Halt und Orientierung.
Hakija Horozovic, Pflegehelfer

7:45 Uhr Landschulheim Elkofen Jeden Morgen vor Schulbeginn haben wir den täglichen Jour fixe des Lehrerkollegiums. Auch wenn die meisten Lehrkräfte schon vorher im Haus sind, treffen wir uns um 7:45 Uhr zu einem kurzen Austausch im Lehrerzimmer: Besondere Vorkommnisse im Internat? Wer braucht Unterstützung? Worauf wollen wir achten? Aber auch: ein kleiner Witz, um die Stimmung zu heben! Ich wünsche allen gutes Gelingen!
Gudrun Tischner-Remington, Schulleiterin

8:05 Uhr Hauptverwaltung, Unternehmenskommunikation Meine erste Aufgabe am Tag ist die Presse-Durchsicht. Wir haben zwei Pressedienste, die uns alle Artikel über das Augustinum und solche mit bestimmten Stichwörtern, wie zum Beispiel Pflege oder Inklusion, aus der deutschsprachigen Print- und Online-Presse anzeigen. Aus etwa 300 Artikeln suche ich die Beiträge aus, die für die Kolleginnen und Kollegen interessant sein könnten und stelle sie in den Pressespiegel ins Intranet.
Judith Eisermann, Mitarbeiterin Unternehmenskommunikation

9:00 Augustinum Überlingen, Reinigung Um diese Zeit bin ich schon mitten am Werken. Eine Stunde zuvor habe ich meine Aufgaben von der Objektleitung erhalten. Als Springerin muss ich flexibel sein und alle Arbeiten, die im Haus anfallen, übernehmen, zum Beispiel als Urlaubs- oder Krankheitsvertretung für meine Kolleginnen. Aber auch nicht alltägliche Arbeiten wie die Reinigung der Deckenlampen im Theater oder die zusätzliche Reinigung der Handläufe im Treppenhaus, was bei den Bauarbeiten im Haus zurzeit täglich nötig ist, gehören dazu. Oft erledige ich auch die Sonderwünsche unserer Bewohnerinnen und Bewohner, wische die Schränke aus oder gieße ihre Blumen.
Katharina Switalla, Mitarbeiterin Reinigung

10:30 Uhr Heilpädagogische Tagesstätte Jeden Freitag um halb elf gibt es Frühstück für alle, das wir gemeinsam vorbereiten: Zutaten bereitlegen, Gemüse schneiden, Kaffee kochen, Tisch decken usw. Handlungen planen fällt den Jugendlichen bei uns meist schwer, deshalb ist die Vorbereitung auch eine Förderung im lebenspraktischen Bereich. Eine Besonderheit beim Freitagsfrühstück: Unsere Büromitarbeiterin wird eingeladen, und auch dabei wird so manches geübt: die telefonische Kontaktaufnahme, das höfliche und verständliche Formulieren des Anliegens, das Abholen. Wenn alle satt sind und alles wieder ordentlich aufgeräumt ist, kann mit Begeisterung der nächste Programmpunkt folgen: Musik aus der Karaoke Musikbox.
Isabel Heppner, Gruppenleiterin Tagesstätte am Olschewskibogen

11:30 Augustinum Stuttgart-Sillenbuch, Küche 460 bis 500 Gäste sind hungrig, der Eingangsbereich ist weit geöffnet, und die Service- und Küchenmannschaft steht bereit. Innerhalb von 120 Minuten werden 500 Suppen ,500 Hauptgänge und 500 Desserts angerichtet und serviert. Alle in der Küche sind zu der Zeit besonders konzentriert und wissen. dass jeder Handgriff sitzen muss. Aus vier Menüs und zahlreichen Variationsmöglichkeiten sowie à-la carte dürfen sich unsere Gäste ein Wunschmenü zusammenstellen. Die größte Herausforderung ist es, jeden Tag zur gleichen Zeit die gleiche Leistung abzurufen, egal wieviel Personal vor Ort ist, wie viele Kolleginnen und Kollegen erkrankt sind oder Urlaub haben: Wir können nichts verschieben auf den nächsten Tag.
Rolf Bach, Küchenchef

14:00 Uhr Augustinum München-Neufriedenheim Jeden Mittwoch und jeden ersten Samstag im Monat stehen eine meiner beiden Kolleginnen oder ich am Empfang und begrüßen interessierte Menschen, die zur Hausführung zu uns kommen. Nachdem sich alle im Restaurant mit einem Getränk stärken konnten und von der Direktorin persönlich begrüßt wurden, startet der gemeinsame Rundgang. Nach etwa eineinhalb Stunden Hausführung, einer Appartement-Besichtigung und der Beantwortung vieler individueller Fragen verabschiede ich die Besucher, immer in der Hoffnung, sie für einen Einzug ins Augustinum gewinnen zu können.
Karin-Maria Stein, Mitarbeiterin Vertrieb

14:10 Uhr Hauptverwaltung, IT-Helpdesk Durchschnittlich bearbeite ich um diese Zeit das siebte Ticket und tätige in etwa das 15. Telefongespräch, was in der Regel mit einer Problemlösung oder einer Störung diverser Applikationen zu tun hat: Es kommt oft vor, dass Passwörter abgelaufen sind, dass Kollegen Zugriff auf bestimmte Dateien oder Ordner benötigen oder Benutzeraccounts für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstellt werden müssen. Am Nachmittag planen wir im Team die nächsten Vor-Ort-Einsätze nach Bedarf für die Pädagogischen Einrichtungen
Hristina Dimovska, Mitarbeiterin IT

15:30 Augustinum Detmold, Haustechnik Den Nachmittag nutze ich, um den nächsten Bauzeitenplan für eine bevorstehende Appartement-Sanierung zu erstellen. Damit lautstarke Arbeiten auf wenige Tage konzentriert sind und die Sanierungsphase bei hoher Qualität möglichst kurz ist, muss vorab einiges geklärt werden: Welches Gewerk ist an welchem Tag im Haus, welche Handwerker können zeitgleich Ihre Arbeiten verrichten, was gibt es für Besonderheiten, und wie lange benötigt jeder Einzelne? Ein gut eingespieltes Team – das macht es aus.
Arne Schwämmle, Technischer Leiter

16:30 Uhr Augustinum Bad Soden, Seelsorge Von einem Bewohnerbesuch gehe ich zum Bibelgespräch. Der Weg durch den Eingangsbereich dauert länger, da ich einen Bewohner, der Wanderungen organisiert, nach dem nächsten Wandertermin frage und ein kürzlich eingezogenes Ehepaar mich zu einem Besuch in ihr Appartement einlädt. Zum Bibelgespräch sind 16 Bewohnerinnen und Bewohner gekommen, um über den Predigttext des kommenden Sonntags zu sprechen. Eine Bewohnerin gestaltet eine Einleitung, dann lesen wir den Bibeltext, und ein lebhaftes Gespräch beginnt. Mit einem Vaterunser und dem Segen endet der Nachmittag.
Christian Wiener, Seelsorger

17:30 Wohnstätte München-Schneeglöckchenstraße Um diese Zeit kommen alle, die in der Schneeglöckchenstraße leben und arbeiten, zusammen. In der Wohnstätte gibt es zwei Häuser, so dass in zwei Gruppen mit jeweils acht Bewohnerinnen und Bewohnern das Abendessen eingenommen wird, in der Regel eine Kleinigkeit, zum Beispiel eine Brotzeit und Salat. Das Abendessen dient auch dazu, Aktivitäten für das Wochenende zu planen oder andere wichtige Termine wie Arztbesuche zu besprechen, außerdem geben die Mitarbeiter am Ende die Medikamente und das Taschengeld für den nächsten Tag aus. Ganz wichtig: Die Bewohnerinnen und Bewohner erzählen von ihrem Tag, wie es Ihnen in der Arbeit ergangen ist und was ihnen auf dem Herzen liegt. Wir Mitarbeiter müssen uns dabei immer bewusst machen, dass die Bewohner um diese Zeit ja schon einen Arbeitstag hinter sich haben und entsprechend müde sind, während unser Dienst erst begonnen hat. Unsere erste Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass die Bewohner nach einem langen Tag gut wieder in ihrem Zuhause ankommen und sich entspannen können.
Markus Groß, Hausleitung Wohnstätte Schneeglöckchenstraße

18:00 Augustinum Aumühle, Treffpunkt Der Nachmittag mit seinen Beschäftigungen klingt bei uns immer mit einem Tagesspruch aus, der zugleich der Auftakt für das gemeinsame Abendessen ist, zum Beispiel: „Oh wie wohl ist mir am Abend, wenn zur Ruh‘ die Glocke läutet“. Eine Glocke gibt es bei uns wirklich, und sie hat genau die Wirkung, die der Spruch beschreibt: Die Bewohnerinnen und Bewohner werden ruhig, erwarten mit Appetit ihr Abendessen, und wir Mitarbeiter beginnen zu servieren.
Mathias Behrens und Alice Moser, Mitarbeiter Treffpunkt

19:00 Augustinum Bad Neuenahr, Kulturreferat Wenn am Abend eine Veranstaltung in unserem Haus ist, öffne ich um 19:00 Uhr die Kasse für den Kartenverkauf. Gegen 19:30 Uhr gehe ich in den Theatersaal, begrüße die Besucher und die Künstler des Abends. Ich erzähle etwas über die Künstler und bitte um einen herzlichen Applaus, der gleichzeitig ein Zeichen für deren Auftritt ist. Dann lösche ich das Licht im Zuschauerraum und nehme dort Platz. Am Ende der Veranstaltung, nach 60 oder auch 90 Minuten, danke ich den Künstlern und überreiche ihnen einen Blumenstrauß oder eine Flasche Wein. Meist gibt es danach noch eine Zugabe, bevor die Besucher entweder nach Hause gehen oder im Theaterfoyer noch in geselliger Runde zusammensitzen.
Madeleine Häusler, Kulturreferentin

23:00 Uhr Evangelisches Studienheim München Nachtruhe im Studienheim. Je nach Alter gehen die Schülerinnen und Schüler bei uns zwischen 20:30 und 23 Uhr auf ihr Zimmer – immer etwa 15 Minuten, bevor das Licht ausgemacht wird, damit sie Zeit haben, von dem ganzen Trubel tagsüber ein wenig zur Ruhe zu kommen. Wir machen noch einen letzten Rundgang, sind aber natürlich auch nachts für die Mädchen und Jungen da, zum Beispiel, wenn sie Heimweh haben. Das kommt am Anfang des Schuljahres immer mal wieder vor, legt sich aber im Laufe der Zeit.
Nadine Andrinet, Mitarbeiterin Studienheim

23.45 Uhr Augustinum Dortmund, Empfang Frau Meier (Name geändert) meldet sich am Empfang, weil sie gerne frühstücken möchte (die Dame hat leichte Demenz und lebt nur innerhalb eines 12-Stunden-Tages). Ich informiere sie, dass es leider erst in ca. siebeneinhalb Stunden Frühstück gibt. Sie seufzt und bittet dann, ihr Bescheid zu geben, wenn es soweit ist.
Nach einer Stunde meldet sie sich ein weiteres Mal und fragt erneut nach dem Frühstück. Ich gebe Ihr die Info: In sechseinhalb Stunden. Frau Meier wirkt beruhigt und meint, dann könne sie ja noch mal schlafen.
Volker Kunz, Mitarbeiter Empfang