Götz Aly im Augustinum Überlingen

Augustinum Überlingen

In einem fesselnden Vortrag stellte der Politikwissenschaftler, Historiker und Journalist sein Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 – 1945“ in der Seniorenresidenz am Bodensee vor.

Seit mehr als zehn Jahren unterhält das Augustinum Überlingen Kooperationen mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Konstanz Bodenseeregion, verschiedenen Volkshochschulen, der Jüdischen Gemeinde Konstanz und der Evangelischen Erwachsenenbildung Bodensee (EEB).

Immer wieder reisen Historiker*innen, Autor*innen, oder Journalist*innen in die Region und sind dann in Überlingen, Konstanz, Tuttlingen oder Friedrichshafen zu Gast. Die Veranstalter werfen Namen in einen Pool und entscheiden dann gemeinsam. Die Verpflichtung Götz Alys kam auf eine Anregung des Augustinum Überlingen zustande. Die Vorträge in Konstanz und Überlingen waren ausgebucht bis auf den letzten Platz, die Universität Konstanz nahm den Konstanzer Vortrag auf.

Die Vorstellung des Vortragenden im Augustinum übernahm Pfarrerin Bettina Kommoss von der EEB. Götz Aly referierte in einem atemberaubenden Auftritt über sein neuestes Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 – 1945“, über dessen Erfolg sich der Autor selbst überrascht zeigte. In einer fesselnden zweistündigen Erzählung schilderte er – nicht nur mit wissenschaftlichen Fakten, sondern auch mit Beispielen aus der Familiengeschichte der Alys – die Herrschaftsmethoden, mit denen die NS-Machthaber Millionen Deutsche in gefügige Vollstrecker oder in vom Krieg abgestumpfte Mitmacher verwandelten. Nicht wenige von ihnen sind beängstigend aktuell.

Er sprach über die Rolle der Kirchen, der Gewerkschaften und zeigte sich in der Diskussion hart, sachlich und mit an Zynismus grenzender Ironie. Es war ohne Zweifel der erste Höhepunkt im 50. Jubiläumsjahr des Augustinum Überlingen.

Foto: Susanne Schleyer