Die Harzreise

Augustinum Braunschweig

200 Jahre nach Heinrich Heine hat erneut ein Autor den Harz durchwandert und seine Beobachtungen in einem Buch festgehalten. Im Augustinum Braunschweig hat Steffen Kopetzky jetzt Auszüge daraus vorgelesen.

200 Jahre ist es her, dass Heinrich Heine seine „Harzreise“ in den „Reisebildern“ veröffentlicht hat. Im Jahr 1824 war er von Göttingen aus zum Brocken und bis zu den Rübeland-Höhlen gewandert und hatte seine Beobachtungen und Begegnungen schriftlich festgehalten. 2025 machte sich der Autor Steffen Kopetzky auf den Spuren Heinrich Heines ebenfalls zu einer Wanderung durch den Harz auf. Mit so wenig Gepäck wie möglich startete er in Göttingen und lief über Northeim, Osterode, Clausthal-Zellerfeld, Goslar und Bad Harzburg zum Brocken. Von dort aus wanderte er über Wernigerode nach Rübeland und – über Heines veröffentlichte Route hinaus – noch auf den Spuren Theodor Fontanes nach Thale.

Steffen Kopetzky, der mit dem Roman „Grand Tour“ bekannt geworden war, mit weiteren Romanen verschiedene Preise gewann und auch schon für den Deutschen Buchpreis nominiert war, veröffentlichte seine Erfahrungen, Beobachtungen und Begegnungen in seinem in diesem April erschienenen Buch „Die Harzreise. Eine Deutschlanderkundung“. Er hebt seine Beobachtungen und Gedanken in einer stark durch die deutsche Teilung und Wiedervereinigung geprägten Region darin auf eine allgemeinere Ebene und entwirft ein Stimmungsbild des heutigen Deutschland, mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung. Eine seiner Thesen ist, dass der Harz eine Region der Versöhnung sein könnte, da man in Sachsen-Anhalt und auch in Niedersachsen sage „Wir fahren in den Harz“ ohne nach Ost und West zu unterscheiden.

Im Rahmen seiner Lesereise stellte er kurz vor Himmelfahrt seine „Harzreise“ im Augustinum Braunschweig vor. Was würde besser passen, schauen wir doch aus unserer 14. Etage täglich auf den Brocken. Vor einem gut besetzten Publikum aus Bewohner*innen und Gästen (die teilweise sogar aus dem Harz angereist waren) machte er in einer Mischung aus bebildertem Vortrag und Lesung neugierig auf sein Buch, was, wie die angeregte Fragestunde im Anschluss zeigte, auch gelungen war. Später im Jahr wird es auch noch eine Lesung aus dem „Original“, der „Harzreise“ von Heinrich Heine geben.