
Augustinum Gruppe
Die ursprünglich als „Reichssportschule“ des BDM errichtete Anlage wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Lager für Kriegsflüchtlinge genutzt. 1951 wurden das Altenheim Insula und die umgebaute frühere Turnhalle als Kirche eingeweiht – der Beginn für ein seither vielfältig gewachsenes soziales Angebot für die ganze Region, das seit 2023 als Augustinum Berchtesgadener Land Teil der Münchner Augustinum Gruppe ist.
Als Angebot für Jung und Alt beherbergt der Campus in Bischofswiesen heute ein Pflegezentrum mit Tagespflege, einen ambulanten Pflegedienst, Wohnangebote für Senioren, eine Kindertagesstätte mit Kinderkrippe und Kindergarten sowie Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfe für an Adipositas Erkrankte, eine Berufsfachschule für Pflege sowie eine Vorsorgeklinik für Mütter, Väter und pflegende Angehörige.
Rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen rund 650 Kinder, Pflegeschüler, Patienten und Bewohner. „Seit 75 Jahren ist die Insula ein Ort der Vielfalt, ein Ort der verschiedenen Generationen, Kulturen, Bedürfnisse und Tätigkeiten. Für viele in der Region ist die Insula eng mit der eigenen Lebensgeschichte verbunden: für Menschen, die hier Heimat und Unterstützung fanden, aber auch für die Mitarbeitenden, die den Campus mit Herz und Verantwortung prägen“, erklärte Tobias Geiger, Geschäftsführer des Augustinum Berchtesgadener Land, zum Jubiläum. „Menschlichkeit, Vielfalt und Zusammenhalt“ sollten auch die Zukunft des Ortes bestimmen, sagte er.
Peter Bertram, Dekan des evangelischen Dekanatsbezirks Traunstein, wies in seiner Predigt im Festgottesdienst auf das biblische Gebot „Einer trage des anderen Last“ hin. Der Dienst am Menschen mache bis heute den Charakter der Insula aus; immer wieder gebe es hier Menschen, die die Last des anderen tragen.
Als „Ausdruck gelebter Fürsorge und eines gelebten Miteinanders“ bezeichnete Michael Koller, Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land, das Jubiläum. Die Insula habe in ihrer Geschichte vielen Menschen Heimat und Halt gegeben. „Sie ist ein zentraler Pfeiler im sozialen Netz im Berchtesgadener Land“, sagte er.
Auch Wolfgang Fegg, 1. Bürgermeister der Gemeinde Bischofswiesen, sagte zum Jubiläum ein „Vergelt’s Gott“ und wünschte dem „beeindruckenden sozialen Zentrum“ für die Zukunft alles Gute.
Andreas Karau, Vorstand des Diakonischen Werks Traunstein und Regionalbeauftragter der Diakonie Bayern, betonte, die Einrichtungen seien „ein Segen für die Menschen, die die Angebote nutzen“; die diakonische Arbeit über die Jahrzehnte durch alle Höhen und Tiefen zu bewahren, sei etwas Besonderes.
Joachim Gengenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Augustinum Gruppe, verwies ebenfalls auf die Kontinuität der Angebote in Bischofswiesen. Er dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement, mit dem sich die wirtschaftliche Lage der Einrichtungen nach der Übernahme durch das Augustinum erfolgreich stabilisiert habe. So solle die Insula „weiterhin ein Ort des gemeinsamen Lebens und Arbeitens“ sein.
Das Bild zeigt (von links): Landrat Michael Koller, Diakonie-Beauftragter Andreas Karau, Dekan Peter Bertram, Bürgermeister Wolfgang Fegg sowie die Augustinum-Geschäftsführer Tobias Geiger und Joachim Gengenbach.