
Dießen am Ammersee
Ronald Reagan hat das Leben im Weißen Haus einmal mit dem eines Vogels in einem goldenen Käfig verglichen. Ähnlich wie er sprach First Lady Michelle Obama von ihrer Sehnsucht, einfach aus der Haustür zu gehen und loszulaufen. Aber die Sicherheitsleute des Secret Service hätten ihr einen solchen spontanen Spaziergang in die Welt außerhalb der Mauern und Zäune des Weißen Hauses niemals erlaubt.
Die Rolle der First Lady hat sich über mehr als 200 Jahre entwickelt. Anders als beim Präsidenten, dessen Rechte und Pflichten in der Verfassung verankert sind, hat die Frau an seiner Seite keinen offiziellen rechtlichen Status. Sie ist Ehefrau, Partnerin, Mutter, Hausherrin, Gastgeberin und Beraterin. Aber nicht nur Eleanor Roosevelt, Jackie Kennedy, Hillary Clinton oder Michelle Obama, Melania Trump haben das „Amt“ auch für eigene kulturelle und politische Anliegen genutzt und damit immer wieder auch die Amtszeit ihrer Männer mit geprägt.
Im Februar 2026 erschien der Film "Melania" über die aktuelle First Lady in den US-Kinos, die teuerste Doku aller Zeiten. Während in Europa die Kino-Säle leer blieben, sorgten Trump-Fans für einen starken Kinostart in den USA.
Dr. Andreas Etges ist Historiker am Amerika-Institut der Universität München (LMU). Er ist regelmäßiger Interviewpartner von deutscher und ausländischer Presse, Rundfunk und Fernsehen zu amerikanischer Politik und Geschichte sowie zum deutsch-amerikanischen Verhältnis.
Bild © White House Collection/White House Historical Association
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