Wie möchte ich im Alter leben? Warum es sich lohnt, früh darüber nachzudenken

Seniorenresidenzen

Zwölf Bewohner*innen aus Augustinum Seniorenresidenzen in ganz Deutschland haben in einem zweitägigen Workshop ihre Erfahrungen eingebracht und gemeinsam neue Ideen entwickelt.

Über das Wohnen im Alter denken viele Menschen erst nach, wenn sich ihre Lebenssituation bereits verändert hat. Dabei bietet gerade eine frühzeitige Beschäftigung mit dem Thema die Chance, unterschiedliche Möglichkeiten kennenzulernen und selbstbestimmt zu entscheiden. Zwölf Bewohnerinnen und Bewohner aus Augustinum Seniorenresidenzen haben ihre Erfahrungen dazu in einen besonderen Workshop eingebracht.

Wie möchte ich später einmal leben? Was ist mir wichtig, wenn das eigene Haus oder die langjährige Wohnung irgendwann vielleicht nicht mehr zu meinem Leben passt? Und wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, sich darüber Gedanken zu machen?

Einfache Fragen sind das nicht. Und solange im Alltag alles gut funktioniert, gibt es oft wenig Anlass, sich intensiver mit ihnen zu beschäftigen. Doch eine frühzeitige Information bedeutet schließlich nicht, sich bereits für einen Umzug entscheiden zu müssen. Sie kann vielmehr dabei helfen, die eigenen Wünsche kennenzulernen, verschiedene Möglichkeiten zu prüfen und Entscheidungen ohne Zeitdruck zu treffen.

Die Erfahrung derjenigen nutzen, die diesen Weg schon gegangen sind

Doch was bewegt Menschen tatsächlich dazu, sich mit ihrer zukünftigen Wohnsituation auseinanderzusetzen? Was hält sie davon ab? Und was kann dabei helfen, den ersten Schritt zu machen?

Um diese Fragen zu beantworten, kamen im August zwölf Bewohnerinnen und Bewohner aus Seniorenresidenzen in ganz Deutschland zu einem zweitägigen Workshop zusammen.

Sie alle haben den Weg von den ersten Überlegungen bis zur Entscheidung für das Augustinum selbst erlebt – allerdings auf ganz unterschiedliche Weise. Genau diese persönlichen Erfahrungen standen im Mittelpunkt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer blickten zunächst auf ihren eigenen Entscheidungsprozess zurück: Wann begann die Beschäftigung mit dem Wohnen im Alter? Welche Fragen spielten eine Rolle? Was führte schließlich zu einer Entscheidung? Und was hätte vielleicht geholfen, sich schon früher mit dem Thema auseinanderzusetzen?

Zuhören, diskutieren und gemeinsam weiterdenken

Aus diesen Erfahrungen entwickelten die Bewohnerinnen und Bewohner anschließend gemeinsam neue Ideen. Dabei ging es unter anderem darum, wann Menschen besonders offen für die Frage nach ihrer zukünftigen Wohnsituation sind und wie persönliche Erfahrungen dabei Orientierung geben können.

Ein wichtiger Gedanke zog sich durch die beiden Tage: Bewohnerinnen und Bewohner sollen dabei keine Werbeträger sein. Ihr besonderer Wert liegt vielmehr darin, authentisch von ihrem eigenen Weg erzählen zu können – von Überlegungen und Zweifeln ebenso wie von Erfahrungen nach dem Einzug.

Denn Informationen über Wohnangebote lassen sich auf vielen Wegen finden. Wie es sich anfühlt, eine solche Entscheidung selbst getroffen zu haben, können dagegen besonders glaubwürdig Menschen vermitteln, die diesen Schritt bereits gegangen sind.

Aus Ideen werden Pilotprojekte

Am Ende des Workshops wurden die entstandenen Ansätze gemeinsam diskutiert und priorisiert. Zwei Ideen werden nun zu Pilotmaßnahmen weiterentwickelt. In der nächsten Phase werden sie konkret ausgearbeitet, erneut mit Bewohnerinnen und Bewohnern abgestimmt und anschließend in der Praxis erprobt.

Der Workshop war damit weniger Abschluss als Ausgangspunkt für einen gemeinsamen Entwicklungsprozess.

Die Frage, wie und wo jemand im Alter leben möchte, ist sehr persönlich. Die Erfahrungen anderer können diese Entscheidung nicht abnehmen – aber sie können helfen, sich frühzeitig mit den eigenen Wünschen und Möglichkeiten auseinanderzusetzen.