Wie gesund sind Eltern und pflegende Angehörige?

Pressemitteilung

Bischofswiesen. Wie gesund sind Eltern, die kleine Kinder erziehen, und Angehörige, die pflegebedürftige Menschen betreuen? Dieser Frage widmet sich ein auf zwei Jahre angelegtes Forschungsprojekt, das jetzt in der Vorsorgeklinik des Augustinum Berchtesgadener Land in Bischofswiesen gestartet wurde.

Die Familienstudie Bischofswiesen untersucht Wohlbefinden, Belastungen und Stress sowie die mögliche Entwicklung von Erkrankungen wie Angststörungen und depressiven Symptomen von gestressten Eltern und pflegenden Angehörigen und begleitet wissenschaftlich Unterstützungsangebote für die beiden Zielgruppen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie sind Eltern und pflegende Angehörige, die sich jeweils in einem dreiwöchigen Kuraufenthalt in einer stationären medizinischen Vorsorgemaßnahme in der Augustinum Vorsorgeklinik befinden.

Verantwortung für Familie und Gesellschaft

Ziel der Familienstudie ist es, die gesundheitliche Situation der Betroffenen zu erfassen und sie mit wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen langfristig zu stärken. „Eltern von minderjährigen Kindern tragen ebenso wie pflegende Angehörige nicht nur eine enorme Verantwortung für ihre Familie, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt. 80 Prozent aller Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt. Pflegende Angehörige sind damit der größte Pflegedienst des Landes, und sie entlasten massiv auch unser Gesundheitssystem“, so der Leiter des Forschungsprojektes, Prof. Dr. Thomas Keil, Professor für Prävention und Gesundheitsförderung an der Universität Würzburg.

Auch Dr. Farina Römer, Ärztliche Leiterin der Augustinum Vorsorgeklinik, weist auf die Bedeutung gesundheitlicher Unterstützung für die beiden Gruppen hin. „Mit der Beteiligung an der Familienstudie geben wir Eltern und pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, aktiv an der Weiterentwicklung unserer stationären Vorsorgeangebote in Bischofswiesen und von ambulanten Maßnahmen im Anschluss an den Kuraufenthalt mitzuwirken“, erklärte sie.

Hintergrund zum Forschungsprojekt

Geplant wurde die Familienstudie Bischofswiesen von einem interdisziplinären Forschungsteam aus Medizin, Pflege, Public Health und Präventionsforschung. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. med. Thomas Keil (Universität Würzburg, Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, und Institut für Evidenzbasierte Kurortmedizin und Gesund­heitsförderung, Bad Kissingen). Die Ärztliche Leiterin der Augustinum Vorsorgeklinik, Dr. med. Farina Römer, koordiniert das Projekt vor Ort.

Im Mittelpunkt der Studie stehen die körperliche und die psychische Gesundheit sowie das subjektive Wohlbefinden von Eltern und pflegenden Angehörigen ebenso wie Alltagsbelastungen, die gerade bei berufstätigen Betroffenen oft vielfältig auftreten. Untersucht werden auch die Gesundheitskompetenz und die Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten des Gesundheits- und Sozialversicherungswesens.

Zur Datenerfassung über einen Zeitraum von zwei Jahren nutzt das Forschungsprojekt standardisierte Online-Fragebögen, um eine hohe Datenqualität zu gewährleisten. Das Projekt schafft eine enge Verbindung zwischen präventivmedizinischer Versorgung, Gesundheitsförderung im häuslichen Umfeld und wissenschaftlicher Forschung.

Jahrelange Expertise der Augustinum Vorsorgeklinik

Die Augustinum Vorsorgeklinik in Bischofswiesen bietet hierfür einen idealen Rahmen, da sie seit vielen Jahren auf die Behandlung und Unterstützung unterschiedlicher Zielgruppen über die gesamte Lebensspanne vom Kleinkind- bis zum Seniorenalter spezialisiert ist. Insbesondere verfügt sie mit der dreiwöchigen stationären gesundheitsfördernden Kur für Eltern kleiner Kinder und pflegende Angehörige über jahrelange Expertise für besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen. In den Präventions- und Rehabilitationsangeboten der Klinik stehen neben der medizinischen Betreuung die psychosoziale Unterstützung, Bewegungsangebote und Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz im Mittelpunkt.

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Start für die Familienstudie in Bischofswiesen (von links): Tim Wanders, Bereichsleiter Kinder, Jugend und Vorsorgeklinik im Augustinum; Prof. Dr. Thomas Keil, Universität Würzburg und Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit; von der Augustinum Vorsorgeklinik die Ärztliche Leiterin Dr. Farina Römer und Kurleiterin Petra Ostertag. Foto: Augustinum

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