Festlicher Gottesdienst zum Erntedank im Augustinum Dießen

Augustinum Dießen am Ammersee

In der Seniorenresidenz am Ammersee gedachte Seelsorgerin Marie Sunder-Plassmann nicht nur der Früchte des vergehenden Jahres, sondern auch denen eines erfüllten Lebens.

Das Alter nicht unter dem Aspekt des Vergehens zu betrachten, sondern das Vergehen unter dem Aspekt der Fülle – das war der Appell in der Erntedankpredigt von Pfarrerin Marie Sunder-Plassmann, Seelsorgerin im Augustinum in Dießen. Sie regte an, an diesem Erntedankgottesdienst nicht nur für die Früchte des vergehenden Jahres zu danken, sondern für die Früchte eines reich gelebten Lebens.

Kurt Tucholskys „Fünfte Jahreszeit“ war der Predigttext für die große Erntedankfeier mit wunderbarer Musik. „Nun ruht es, nun ist alles vorüber: geboren ist, gereift ist, gewachsen ist, geerntet ist. Im Augenblick steht das Räderwerk still. Tiefes Altgold liegt unter den Buchen, Pflaumenblau auf den Höhen, kein Blatt bewegt sich. Blank sind die Farben, der See ist wie gemalt.“

Diese Sätze Tucholskys über den Altweibersommer bezog Pfarrerin Marie Sunder-Plassmann auf den Lebensabschnitt des Alters. Das Räderwerk darf stillstehen, die Fülle und Erfülltheit des Lebens darf gespürt und gedankt werden. Mit Krisen im Leben kann Versöhnung geschehen und daraus Lebensweisheit wachsen.

Das Brot vom Erntedankaltar wurde nach dem Gottesdienst auf der Dachterrasse geschnitten, mit Butter bestrichen und in fröhlicher Gemeinsamkeit gegessen. Fünf Minuten vor dem Ende des Gottesdienstes hatte sich dafür der Nebel über dem Ammersee gelichtet.